Gemeinsam für ein starkes Ökosystem

2.900 Partner zählt die Digital Hub Initiative – Tendenz steigend. Die zunehmenden Zahlen belegen, dass das Interesse an Kooperationen zwischen Start-ups, Mittelständlern und Innovationspartnern groß ist. Auch der Blick über das eigene Netzwerk hinaus zeigt, dass Kooperationen zwischen verschiedenen Digitalinitiativen zum Erfolg des Ökosystems beitragen. Insbesondere dann, wenn verschiedene Digitalinitiativen zusammenarbeiten.

Top article

Die Digital Hub Initiative, die Clusterplattform und die Mittelstands-Kompetenzzentren, die zum Bundesministerium von Wirtschaft und Energie zugehörig sind, haben dies unter Beweis gestellt. Sie haben eines gemein: Sie gelten als ​Anlaufstelle für Kooperationen ​und vernetzen Akteur*innen unterschiedlicher Bereiche​, um technologische und wissenschaftliche Innovation voranzutreiben. Jede der Initiativen adressiert dabei unterschiedliche Zielgruppen. Während die Digital Hub Initiative Akteur*innen der Digitalwirtschaft vernetzt, verbindet die Clusterplattform ​Unternehmen und Forschungseinrichtungen miteinander und zählt dabei 436 Mitglieder. ​Die MKZ stellen Kooperationsangebote für mittelständische Unternehmen und Handwerksbetriebe zur Verfügung.

Gefährliche Stoffe an Bord von Schiffen werden nun digital getrackt

Egal ob Start-up, KMU oder Konzern – im Zentrum von Kooperationen steht immer: gemeinsam Herausforderungen erkennen, Technologiebedarf identifizieren, digitale Konzepte entwickeln und entsprechende Lösungen auf dem Markt testen. Dazu bringen die Kooperationspartner ihre jeweiligen Stärken in die Partnerschaft ein. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt die Zusammenarbeit von ​Korean Register​, einer Klassifikationsgesellschaft für Schiffe, mit dem Start-up ​NautilusLog​.

In der maritimen Logistik gehen viele Prozesse noch analog von statten. Das stellt die Akteure oft vor große Herausforderungen, insbesondere dann, wenn neue Regulierungen hinzukommen, wie aktuell geschehen: ​Seit Dezember 2020 müssen Schiffe, die einen Hafen innerhalb der EU anlaufen, ein Verzeichnis gefährlicher Stoffe ​(Inventory of Hazardous Materials, IHM) ​führen​ und offiziell verifizieren lassen.

Vor dieser Aufgabe stand unter anderem die in Hamburger ansässige Klassifikationsgesellschaft Korean Register. Sie ist Teil des ​Maritimen Clusters und hat für die Zertifizierung nach IHM einen digitalen Partner gesucht und gefunden: NautilusLog ist ein Start-up der Digital Hub Initiative und Teil des Hamburger Digital Hub Logistics. Das Start-up beschreibt seinen Service als das ​“digitale Logbuch für die Schifffahrt” und bietet eine App für Erfassung, Tracking und Reporting in der maritimen Logistik.  

Dank der App kann Korean Register nun selbst umfangreiche Flotten bestehend aus Containerschiffen, Massengutfrachtern, Autotransportern, Tankern etc., innerhalb kurzer Zeit prüfen, verifizieren und zertifizieren. Denn die Daten werden durch NautilusLog digital erfasst, verfolgt und an die Klassifizierungsgesellschaft übermittelt. Michael Suhr, technischer und kaufmännischer Direktor von Korean Register North Europe, betont dabei die hervorragenden Synergien, die durch NautilusLog möglich werden. Otto Klemke, Gründer und Geschäftsführer von NautilusLog, erklärt: „Wir sind stolz darauf, unsere Partner mit den besten digitalen Werkzeugen zu unterstützen, die es ihnen ermöglichen, mehr Schiffe in kürzester Zeit zu bedienen.“

Zwei Branchen, ein Accelerator, viel Potenzial für Innovation

Auch der Gesundheitssektor profitiert davon, wenn verschiedene Digitalinitiativen zusammenarbeiten. So wie es beispielsweise beim “​H+ Digital Health Innovation Programm​” der Fall ist. 2020 haben sich

Das ​Medical Valley Digital Health Application Center ​(Mitglied des BMWi-Programms „​go-cluster​“) und der ​InsurTech Hub München (Teil der Digital Hub Initiative und des Kompetenzzentrums des digitalen Versicherungsgeschäfts.) haben sich zusammengetan, um die Lücke zwischen Versicherungsbranche und Gesundheitssektor zu schließen und die Gesundheitsversorgung in Deutschland zu digitalisieren. Im Rahmen des “H+ Digital Health Innovation Programme” erhielten 2020 über 40 Start-ups aus 16 Ländern die Möglichkeit, am ersten Accelerator dieser Art teilzunehmen und mit Unternehmen der Versicherungswirtschaft, etablierten Life-Science-Unternehmen, Investoren, Universitäten, und Forschungsinstituten zusammenzuarbeiten.

Das Programm ist gezielt für die Schnittstelle zwischen digitalen Gesundheitsanwendungen und Versicherungswirtschaft konzipiert, denn beide Bereiche sehen die Potenziale des jeweils anderen. Es ist daher eine Kooperation, die sich direkt aus dem Bedarf der Unternehmenspartner heraus ergeben hat: Private und gesetzliche Krankenversicherungen möchten sich mit innovativen Produkt- und Dienstleistungsangeboten hervortun und gleichzeitig die Systemkosten senken. Digital Health Start-ups wiederum brauchen Versicherungen, unter anderem um ihre Vertriebsstrukturen aufzubauen und ihre Angebote zu testen. So profitieren beide Bereiche enorm voneinander.

Programme und Kooperationen wie diese zeigen, wie digitale Innovation in der Praxis aussieht und wie Synergieeffekte über Netzwerkgrenzen hinaus entstehen können – vorausgesetzt die Initiativen stehen in einem guten und proaktiven Austausch miteinander.