#hubstartups: Intefra

Jede Woche beantwortet uns ein_e Gründer_in von einem unserer Startups vier Fragen. Diese Woche: Intefra.

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Welchen Rat würdest du anderen Gründern geben?

Ein Gründer sollte immer an seine Ideen und Visionen glauben, denn damit motiviert man sich selbst und seine Mitarbeiter. Ein motiviertes Team bewältigt selbst die schwierigsten Aufgaben und unterstützt sich gegenseitig. Miteinander Essen gehen oder auf ein Bier in die nächste Bar, dadurch entsteht nicht nur ein guter Teamspirit, sondern man kann auch einmal abschalten von den alltäglichen Herausforderungen.

Was hat dich am meisten überrascht, als du gegründet hast?

Die Verantwortung. Für jede Entscheidung, jeden Fehler, jeden Mitarbeiter fühlt man sich verantwortlich. Man möchte alles und jeden glücklich und zufrieden stimmen, leider ist das nicht immer möglich. Auch haben mich Situationen überrascht, in welchen man plötzlich bei potentiellen Kunden in Meetings vor CEOs und COOs sitzt und merkt, dass es keinen Vorgesetzten mehr gibt, der einspringen kann, wenn man einmal nicht mehr weiter weiß. Das war der Moment, an dem ich zum ersten Mal gemerkt habe, was es wirklich heißt Verantwortung zu übernehmen. Aber man wächst schließlich mit seinen Aufgaben. 

Was wünschst du dir von der Politik/vom Standort Deutschland? 

Ich würde mir von der Politik wünschen, das Thema Digitalisierung endlich konsequent anzugehen. Politiker sprechen zwar ständig davon, dass von der Digitalisierung der Wohlstand Deutschlands abhinge und deswegen mehr dafür getan werden müsse. Doch auf Worte folgten bisher keine wirkliche Taten. So befindet sich z.B. Deutschland beim schnellen Internet nur im europäischen Mittelfeld. Und anstatt sich bei der Frequenzvergabe des neuen Mobilfunkstandards 5G schnell zu einigen, werden die ohnehin schon verpassten Ziele bei der Vergabe erneut nach hinten geschoben. Dabei ist die Einführung von 5G für Deutschland als eine führende Industrienation mit exzellenten Unternehmen in vielen Branchen extrem wichtig - insbesondere für die Automotive. Denn 5G ist für das autonome Fahren von erheblicher Bedeutung. 

Ein anderes Beispiel ist das Thema Künstliche Intelligenz. Auch hier hat die Politik die Wichtigkeit erkannt. Im neuen Bundeshaushalt wurde sogar ein neuer Titel aufgenommen, der Künstliche Intelligenz lautet, doch wurde dieser mit Null Euro befüllt. 

Warum hat Deutschland kein führendes Startup-Ökosystem?

Eine schwer zu beantwortende Frage. Ein Grund ist sicherlich, dass in Deutschland die Bereitschaft Risiken einzugehen geringer ist als in anderen Ländern. Und dabei spreche ich mehrere Beteiligte in einem Ökosystem an. Gründer z.B. tragen das Risiko des Scheiterns und sind vielleicht daher vorsichtiger. Venture Capital Geber hingegen haben das Risiko Geld zu verlieren. Ein Faktor, bei welchem die Entwicklung des ganzen Ökosystems einfach von der Bereitschaft der Beteiligten stark beeinflusst wird, da diese abhängig voneinander agieren. Ich denke aber, dass die Startup-Szene sich inzwischen ganz gut entwickelt.  Man kann nicht von heute auf morgen eine führendes Startup-Ökosystem aufbauen, so etwas benötigt Zeit, aber ich glaube wir sind auf einem guten Weg.