#hubstartups: IT Labs

Jede Woche beantwortet uns ein_e Gründer_in von einem unserer Startups vier Fragen. Diese Woche: Güven Evren Karakuzu von IT-Labs.

Top article

Welchen Rat würdest du anderen Gründern geben?

Gründen ist mit vielen Aufs und Abs verbunden. Daher baut euch von Anfang ein Netzwerk auf, dass euch unterstützt und weiterhilft. Mein Rat, vernetzt euch von Anfang:

  • Mit anderen Gründern: sucht euch lokale Förderinitiativen, Inkubatoren und sonstige Anlaufstellen
  • Mit Beratern: geht von Anfang auf die IHKen zu, besucht deren Veranstaltungen, fragt bei Rechtsfragen erst dort nach; sprecht die Wirtschaftsförderung eurer Stadt, Region und Bundesländer an
  • Mit Fachkräften/ potenziellen Mitarbeitern: besucht thematische passende Meetups und Stammtische, vernetzt euch in der Region auf Veranstaltungen

Was hat dich am meisten überrascht, als du gegründet hast?

Die Naivität beim Geschäftsmodell vieler Startups und der lockere Umgang mit Firmenanteilen. 

  1. Überlegt euch sehr genau, mit wie vielen Personen ihr gründen wollt. Teilt eure Anteile auf keinen Fall gleichmäßig auf und stellt euch bei jedem Vertrag am Anfang die Frage, was euch wichtig bei einer Trennung oder dem Ausstieg ist.
  2. Überlegt euch von Anfang, wie ihr Geld verdienen wollt und ab wann ihr Geld verdient. Auf das nächste Twitter, Instagram oder Snapchat zu hoffen, ist nicht sehr clever, eher doof…

Was wünschst du dir von der Politik/vom Standort Deutschland?

Ich würde mir eine „digitale Gründung“ wünschen. Überspitzt ausgedrückt bedeutet das, man kann ein Unternehmen gründen, ohne dass man ein Faxgerät und Firmenstempel besitzt. Selbst im Jahr 2017 war das für unsere Gründung und die Kommunikation mit Behörden und Ämtern unbedingt notwendig, dass wir Unterlagen faxen und vorab stempeln. Ist alles unnötig und nicht mehr wirklich rechtssicher. Insgesamt finde ich die Standort Deutschland für eine Gründung einen der besten. Ich würde mir gerade für kostenintensive Gründungen, wie z.B. im High-Tech Bereich wünschen, dass unsere Investitionsbereitschaft steuerlich anerkannt wird und beispielsweise für die ersten drei Jahre Körperschafts- und/ oder Gewerbesteuern erlassen werden. Auf dieser Basis leisten alle Beteiligten einen Beitrag zur Innovation. Unternehmen investieren, dem Staat entstehen keine direkten Kosten.

Warum hat Deutschland kein führendes Startup-Ökosystem?

Ich sehe das anders. Deutschland hat ein führendes Startup-Ökosystem. Wichtig für die kommenden Jahre wird, dass wir der Zentralisierung der Startups in Berlin, Frankfurt, Köln und München entgegenwirken. Ein Startup, insbesondere ein Tech-Startup zu gründen muss auch in mittleren Städten attraktiv sein. Dafür hat z.B. die Stadt Nürnberg mit anderen Institutionen den idealen Anlaufpunkt mit ZOLLHOF Tech Incubator geschaffen. Eingebettet in die Digital Hub-Initiative ist das für Gründer der perfekte Startpunkt.