#hubstartups: Penseo

Jede Woche beantwortet uns ein_e Gründer_in von einem unserer Startups vier Fragen. Diese Woche: Lennart Wulff von Penseo.

Top article

Welchen Rat würdest du anderen Gründern geben? 

Ich gebe stets den Tipp, die Gründung nicht allein durchzuführen, sondern sich zuverlässige und vertraute Kollegen an Bord zu holen. Als Gründerteam kann man mit unterschiedlicher Expertise ein starkes Band entwickeln, um die Hoch- und Tiefphasen während der Gründung gut und gesichert zu überstehen. Bei Penseo kannte sich der Kern des Gründerteams, bestehend aus Sebastian Gauck, Morten Hartmann und mir, bereits durch vorherige erfolgreiche Projekte und Gründungen. Daher wussten wir, dass wir uns aufeinander verlassen können und auch um die Stärken der jeweiligen Mitwirkenden. Zudem macht es im Team nach meiner Sicht auch mehr Spaß, da der Zusammenhalt auch den Einzelnen stärkt.

Was hat dich am meisten überrascht, als du gegründet hast? 

Mit der Gründung von Penseo habe ich vor allem Geduld lernen müssen. Nicht alles, was an Prozessen und Gesprächen in Bewegung gebracht wird, ist direkt für den Abschluss bereit. Die Umsetzung dauert oftmals länger als in der Theorie vermutet. Eine weitere damit verbundene Erkenntnis ist allerdings auch: Geduld zahlt sich oftmals aus. Es zeigt, wie sehr man an sein Projekt glaubt und mit mehr Zeit und Raum lassen sich oftmals größere Dinge umsetzen als in der Schnelligkeit. 

Was wünschst du dir von der Politik/vom Standort Deutschland? 

In unserer Gründungsphase haben wir gemerkt, wie viel Bürokratie in allen Schritten notwendig ist. Dies war teilweise sehr aufwendig und kann in unseren Augen besser digital gelöst werden. Als Fintech-Startup sind wir stets interessant an digitalen, papierlosen Lösungen, daher sehen wir in bürokratischen Abwicklungen wie Anmeldung, Steuern und Sozialabgaben noch deutliches Potenzial, dies einfach, virtuell und dennoch gesichert zu lösen.

Warum hat Deutschland kein führendes Startup-Ökosystem? 

Weil in Deutschland gern das Haar in der Suppe gesucht wird, anscheinend Kulturfrage, evtl. auch Neiddebatte. In meinen Augen hat Deutschland grundsätzlich die richtigen Rahmenbedingungen. Deutschland ist ein sehr attraktiver Standort für Startups aus aller Welt, auch Finanzierungen und Unterstützer werden international gesucht und gefunden. Natürlich hat auch dieser Wirtschaftszweig Verbesserungspotenzial, allerdings sind Startbedingungen wie staatliche Unterstützung, Miete und Lebensunterhalt sowie die politische Ordnung ideale Startpfeiler für neue Gründer. Ich halte Deutschland daher für einen sehr guten Ort für Gründer.