Eine neue Ära der Durchsagen
Die Initiative markiert einen wichtigen Meilenstein im mehrjährigen Digitalisierungsprogramm der KVB zur Optimierung der Kundeninformation. Im Kern geht es darum, die zahlreichen und bisher oft heterogenen Ansagen durch eine einzige, einheitliche und in Echtzeit anpassbare Stimme zu ersetzen.
Diesen anspruchsvollen Auftrag sicherte sich Aristech Anfang 2024 in einer öffentlichen Ausschreibung. Das Unternehmen implementierte eine KI-Lösung, die es der KVB nun ermöglicht, schriftlich verfasste Texte sofort in natürlich klingende Sprache umzuwandeln und auszuspielen.

Die „Corporate Voice“ dahinter
Der unverwechselbare Klang, der nun die gesamte Kölner Mobilität prägt, gehört Sandra Rosenthal, Redakteurin bei Radio Köln. Sie wurde zur offiziellen „Corporate Voice“ der KVB.
Um diese einzigartige und freundliche Stimme zu synthetisieren, war ein enormer Aufwand nötig: Rosenthal nahm in einem Studio über drei Wochen hinweg mehr als 4.000 Textfragmente, Haltestellennamen und allgemeine Wörter auf. Eine spezielle Software verarbeitet diese Aufnahmen, um jeden beliebigen Text in ihrer digitalen Stimmlage generieren zu können. Das Ergebnis ist eine hohe Sprachqualität, die klar, freundlich und typisch kölsch klingt.

Mehr als nur Ansagen: in Echtzeit und Barrierefreiheit
Die Integration der KI-basierten TTS-Technologie ist ein zentraler Baustein des Großprojekts zur Digitalisierung. Die neuen Ansagen sind direkt mit einem komplexen ITCS-Leitsystem (Intermodal Transport Control System) und einer zentralen Datendrehscheibe verbunden. Dies hat zwei entscheidende Vorteile:
Echtzeit-Informationen: Die Ansagen basieren auf aktuellen Fahrplandaten und reagieren sofort auf Störungen oder Umleitungen. Fahrgäste erhalten somit konsistente, aktuelle Informationen über die App, auf den digitalen Anzeigetafeln (DFI/MFA) und nun auch akustisch.
Barrierefreiheit: Die zuverlässige, einheitliche und qualitativ hochwertige akustische Information erfüllt das sogenannte Zwei-Sinne-Prinzip. Sie ist somit ein wichtiger Schritt, um sehbehinderten Menschen den Zugang zum ÖPNV zu erleichtern und die Mobilität für alle Kölnerinnen und Kölner inklusiver zu gestalten.
Die Rolle des de:hubs als kontinuierlicher Support
Die erfolgreiche Implementierung von Aristechs Technologie unterstreicht auch die Bedeutung starker Partnernetzwerke. Das Startup ist Teil des de:hub Artificial Intelligence Karlsruhe, dessen Unterstützung seit Beginn der Partnerschaft im Mai 2022 eine kontinuierliche Konstante darstellt. Neben vielen Absprachen und individueller Unterstützung wurde Aristech insbesondere durch gezielte Matchmaking-Aktivitäten mit Forschungsinstitutionen für gemeinsame Skizzeneinreichungen gefördert. Zudem bemüht sich das Team um Hub Manager Sebastian Felzmann kontinuierlich darum, die Sichtbarkeit von Aristech zu erhöhen und das Startup als passenden Umsetzungspartner zu positionieren. Diese kontinuierliche Vernetzung als Teil eines Ökosystems und der gezielte Support sind ein entscheidender Faktor für den erfolgreichen Transfer von KI-Lösungen in die breite Anwendung.
Innovation im Alltag: Startup-Geist trifft urbane Mobilität
Dieses Projekt ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Innovation aus dem deutschen Startup-Ökosystem konkrete, alltagsrelevante Wirkung entfaltet. Aristechs Technologie sorgt dafür, dass zehntausende Fahrgäste täglich von einer smarten Kommunikation profitieren.
Die Inbetriebnahme der neuen Stimme in Bahnen und Bussen sowie an den Haltestellen in den kommenden Wochen läutet eine neue Ära der Fahrgastinformation ein und unterstreicht die Entschlossenheit der KVB, urbane Mobilität mit Hilfe modernster Sprachtechnologie zukunftssicher zu gestalten. Ein großartiges Zusammenspiel, das beweist, wie gezielte Vernetzung, ganz im Sinne der de:hub Initiative, den Transfer von KI-Lösungen in die breite Anwendung beschleunigt und somit einen echten Mehrwert für Wirtschaft und Gesellschaft schafft.


