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Magnetische Kühlung: Wie MAGNOTHERM seinen Product-Market Fit gefunden hat

Für MAGNOTHERM gab es nie den einen entscheidenden Heureka-Moment, in dem plötzlich klar war: Daraus entsteht ein globales Unternehmen. Der Weg von der akademischen Forschung zum Startup war vielmehr geprägt von Optimismus, Realismus und der Bereitschaft, weiterzumachen, auch wenn Fortschritt Zeit braucht.

Von Anfang an war der Anspruch groß. Das Team wollte nicht weniger verändern als die Kühlindustrie selbst und damit einen relevanten Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten. Während ein Großteil der Welt noch immer auf Gaskompression setzt, einen Standard, der die Kühlung seit rund eineinhalb Jahrhunderten prägt, entwickelt MAGNOTHERM eine Alternative auf Basis magnetischer Kühlung: hocheffizient, sicher und deutlich umweltfreundlicher.

Mit der neuen Einheit Eclipse ist dem Unternehmen nun der entscheidende Schritt gelungen: von einem vielversprechenden Technologiedemonstrator hin zu einer Lösung mit echtem Product-Market Fit.

Dass ein großer Industrieakteur mit einem Jahresumsatz von knapp 100 Milliarden Euro nun in die Technologie investiert, ist ein starkes Signal. Wenn ein Unternehmen dieser Größenordnung öffentlich Vertrauen in eine neue Lösung zeigt, sendet das eine klare Botschaft an den Markt: Hier liegt echtes Zukunftspotenzial.

Und die Chance ist enorm. Heute basieren noch immer 99,9 Prozent aller Kühlsysteme weltweit auf Gaskompression, häufig unter Einsatz klimaschädlicher F-Gase. MAGNOTHERM will diesen Status quo herausfordern. Nach dem Einstieg in den Lebensmitteleinzelhandel blickt das Unternehmen bereits auf weitere Anwendungsfelder: Rechenzentren, Gebäudeklimatisierung und Medizintechnik. Schon ein Prozent eines globalen Marktes von fünf Milliarden Systemen würde einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Um Investorinnen und Investoren in einem so komplexen Deep-Tech-Feld zu überzeugen, setzt MAGNOTHERM auf drei Dinge: enormes Skalierungspotenzial, einen funktionierenden Prototyp, der sich in der Praxis erleben lässt, und eine Haltung konsequenter Ausdauer, die das Team intern schlicht „digging“ nennt.

Die Partnerschaft mit REWE entstand nicht zufällig. Sie wuchs aus einem starken Ökosystem und den richtigen Verbindungen. Ein wichtiger Meilenstein war das Matchmaking beim Investors Day des de:hub Smart Infrastructure Leipzig, SpinLab - The HHL Accelerator, wo MAGNOTHERM den Lead-Investor Extantia kennenlernte. Dieses Investment half dabei, die Lücke zwischen Forschung und marktreifem Produkt zu schließen. Der Kontakt zu REWE entstand über den Hessischen Gründerpreis, bei dem REWE als Sponsor beteiligt war. Netzwerke wie diese sind besonders wertvoll, wenn es darum geht, Vertrauen bei Kundinnen und Kunden, Partnern und Zulieferern aufzubauen, gerade wenn eine Technologie neu und hochspezialisiert ist.

Für Timur Sirman geht es bei dieser Arbeit um mehr als den Aufbau eines erfolgreichen Unternehmens. Es geht auch um die Wirksamkeit, die entsteht, wenn aus Forschung etwas Greifbares wird, und um das Wissen, dass sein Team dazu beiträgt, die technologische Grundlage ganzer Industrien nachhaltiger zu machen.

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