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Von der Forschung zur 12-Millionen-Runde: Wie kausable KI das Entscheiden beibringt

Wie aus einer Idee kausable wurde

Den einen Heureka-Moment, an dem aus Forschung plötzlich eine Geschäftsidee wurde, gab es bei kausable nicht. Stattdessen stand für Johannes Haux, Dr. Benjamin Herdeanu und Gregor Ramien früh eine pragmatische Frage im Mittelpunkt: Kann aus dem technologischen Ansatz eine Lösung entstehen, die sich auch am Markt bewährt?

Aus dieser Haltung entwickelte sich kausable. Das 2024 gegründete Startup will wissenschaftliche Erkenntnisse in eine Technologie übersetzen, die ein konkretes Problem löst: Wie können KI-Systeme auch dann zuverlässig Entscheidungen treffen, wenn sich ihre Umgebung verändert?

Für den Schritt aus der Forschung erhielt das Team eine EXIST-Förderung. Sie gab den Gründern den nötigen Freiraum, ihre Technologie voranzutreiben und aus der wissenschaftlichen Arbeit ein tragfähiges Geschäftsmodell aufzubauen.

KI, die mit wenigen Beispielen lernt

Genau hier setzt kausable an. Klassische KI-Modelle können in dynamischen Umgebungen schnell an Grenzen stoßen: Verändern sich die Bedingungen, müssen sie häufig mit neuen Daten angepasst oder erneut trainiert werden. Das kostet Zeit und Ressourcen.

kausable verfolgt deshalb einen „reasoning-first“-Ansatz. Statt auf textbasierte Sprachmodelle zu setzen, entwickelt das Team eine KI, die Zusammenhänge erfasst, mit wenigen neuen Daten auskommt und auf veränderte Situationen reagieren kann.

Im Zentrum steht ein sogenanntes Weltmodell. Vereinfacht gesagt soll die KI nicht nur bekannte Muster reproduzieren, sondern Strukturen und Zusammenhänge erfassen, die sie auf neue Situationen übertragen kann. Besonders relevant ist das dort, wo Systeme kontinuierlich Sensor- und Umgebungsdaten verarbeiten und flexibel reagieren müssen – etwa in der Robotik und in industriellen Prozessen.

Inspiriert ist der Ansatz unter anderem von Arbeiten zu Prior-Data Fitted Networks und der Forschung von Yann LeCuns. kausable positioniert seine Technologie dabei bewusst tief im Software-Stack: nicht als weiteres Sprachmodell, sondern als technologisches Fundament für Anwendungen, die eigenständig Entscheidungen treffen müssen.

Vom EXIST-Projekt ins de:hub Netzwerk

Parallel zur Technologie nahm auch das Unternehmen Form an. Dabei nutzte kausable verschiedene Unterstützungsangebote, die an unterschiedlichen Punkten der Gründungsreise ansetzen.

Nach dem Start mit EXIST entstand über ein früheres Projekt des Teams der Kontakt zur de:hub Initiative. Heute ist kausable Teil des de:hub Artificial Intelligence in Karlsruhe. Dort profitierte das Startup unter anderem von der Vernetzung mit anderen Gründerinnen und Gründern sowie von Unterstützung bei der Schärfung des Businessplans. 

So kamen mit der Entwicklung des Unternehmens unterschiedliche Bausteine zusammen: von der Förderung des Transfers aus der Forschung über Beratung und Vernetzung bis hin zum Zugang zu weiteren Partnern.

12 Millionen Euro für den nächsten Wachstumsschritt

Mit der jüngsten Finanzierungsrunde erreicht kausable nun den nächsten Meilenstein: Das Startup hat 12 Millionen Euro Seed-Kapital eingesammelt. Angeführt wird die Runde von UVC Partners und Entourage; beteiligt sind außerdem der High-Tech Gründerfonds (HTGF) und weitere Investoren.

Für Johannes Haux ist die Finanzierung Bestätigung und Startschuss zugleich: Sie bestätigt den technologischen Ansatz und schafft die Voraussetzungen dafür, aus dem bislang stark forschungsgetriebenen Team eine Organisation mit stärkerem Fokus auf Produktentwicklung und Engineering aufzubauen.

Beim HTGF spielte insbesondere der konstruktive und gründerfreundliche Austausch mit Hendryk Hosemann eine wichtige Rolle. Das neue Kapital gibt kausable nun den nötigen Spielraum für die nächste Wachstumsphase.

Von der Finanzierung zur Internationalisierung

Mit der Seed-Runde richtet sich der Blick zunehmend auf die nächsten Entwicklungsschritte. Für erste Aktivitäten in Richtung Internationalisierung ist kausable mit dem German Accelerator im Gespräch.

Langfristig hat das Startup auch den US-Markt im Blick. Gleichzeitig will kausable bewusst als deutsches beziehungsweise europäisches Unternehmen verankert bleiben und das Innovationsumfeld rund um Heidelberg und Karlsruhe stärken.

Damit setzt sich der Weg von der Forschung über den Unternehmensaufbau und die Finanzierung konsequent fort: Mit jeder Entwicklungsphase verändern sich die Anforderungen – und damit auch die Partner und Angebote, die für kausable relevant werden.

Vom Forschungsansatz zum Produkt

Mit dem neuen Kapital rückt nun vor allem die Produktentwicklung in den Fokus. Nach der forschungsintensiven Aufbauphase verstärkt kausable gezielt Produktentwicklung und Engineering. Aus der technologischen Basis soll eine Produktschicht entstehen, die sich für unterschiedliche Anwendungen nutzen und skalieren lässt.

Für die kommenden drei Jahre ist der Fahrplan klar: die Technologie weiter vorantreiben, die Produktschicht aufbauen und die Voraussetzungen für die nächste Finanzierungsrunde – eine Series A – schaffen.

Das langfristige Ziel: kausable will zum Standardbaustein für Anwendungen werden, die autonome Entscheidungen treffen müssen.

Ein Erfolg des ganzen Teams

Für Johannes Haux ist die erfolgreiche Seed-Runde ausdrücklich nicht allein ein Verdienst der Gründer. Er betont die Leistung des gesamten, forschungsstarken Teams, das kausable bis hierhin getragen hat.

Und genau dieses Team soll nun weiter wachsen. kausable sucht insbesondere Verstärkung für Produktentwicklung und Engineering. Wer die nächste Entwicklungsphase mitgestalten möchte, findet offene Stellen und weitere Informationen zur Technologie auf kausable.ai.

Quellen:

 

https://www.htgf.de/kausable-interview/

https://kausable.ai/#home

https://proceedings.mlr.press/v202/nagler23a.html?

https://openreview.net/pdf?id=BZ5a1r-kVsf&utm 

https://ai.meta.com/blog/yann-lecun-advances-in-ai-research

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