Blog

Artikel

Wearables und das Internet der Dinge - Die Zukunft der smarten Gadgets

Foto von einer Frau mit iPad und anderen Smart Home Gadgets
Foto von einer Frau mit iPad und anderen Smart Home Gadgets

Der Wecker klingelt, der Tag beginnt - heute leider 15 Minuten früher als normal, da der Berufsverkehr auf Ihrem Arbeitsweg es heute mal wieder nicht gut mit Ihnen meint. Dafür aber der smarte Wecker. Er hat aufgrund der Verkehrsprognose die Weckzeit angepasst, damit Sie trotzdem pünktlich zum Meeting mit dem Chef ankommen. Während Sie aufstehen, kommuniziert der Wecker mit der Kaffeemaschine in der Küche. In der Küche angekommen, steht bereits der frisch gebrühte Kaffee bereit und Ihre Smartwatch zeigt Ihnen, welche Aufgaben Sie heute zu erledigen haben. Dies ist nur ein Beispiel, wie das Internet der Dinge unseren Alltag zukünftig verändern kann. 

 

Das Internet der Dinge vernetzt intelligente Gegenstände untereinander als auch nach außen hin mit dem Internet. Laut Prognosen werden bis zum Jahr 2020 mehr als 20 Milliarden Geräte miteinander vernetzt sein. Dabei entfällt ein Großteil dieser vernetzten Geräte auf den Consumer Electronics Bereich. Besonders interessant sind hierbei Wearables, die wir an uns tragen und bestimmte Funktionen übernehmen können. Einen großen Trend stellen die Fitness & Health Devices dar. In Deutschland benutzen immerhin rund ein Drittel der Bürger Wearables, um ihre sportlichen Leistungen oder medizinischen Werte zu tracken. Sie bieten bereits heute die Möglichkeit den Puls, die Hautfeuchtigkeit sowie den Sauerstoffgehalt im Blut zu messen. 


Wearables sind jedoch nicht nur ein nettes Gadget, sondern könnten in Zukunft auch für die Krankheitsprävention und -überwachung genutzt werden. Laut Bitkom sind 75 % der Deutschen bereit, im Krankheitsfall die Gesundheitsdaten ihrem Arzt zu übermitteln. Diese Daten könnten dann genutzt werden, um Rückschlüsse über den Zustand des Patienten zu ziehen und bessere Behandlungen zu ermöglichen. Neben klassischen Devices wie Smartwatches und Armbändern sind inzwischen auch T-Shirts und andere Kleidungsstücke auf dem Markt, die biologische Messwerte aufnehmen können. 

 

Wearables beschränken sich nicht auf den Health-Bereich 

In der Praxis gibt bereits zahlreiche Ideen, wie Wearables in unseren Alltag integriert werden können. Das Unternehmen VivaLnk aus Kalifornien entwickelt etwa ein Pflaster, das durch die Auswertung bestimmter Messwerte Aussagen über die Schlafqualität und den Erholungszustand treffen kann. Das im bayerischen Rosenheim ansässige Startup 8sense will die Volkskrankheit Rückenschmerzen bekämpfen und arbeitet an einem intelligenten Rückensensor. Hierzu gehört auch eine App, die mithilfe von intelligenten Algorithmen die Haltung des Trägers analysiert und personalisierte Empfehlungen für ausgleichende Übungen vorschlägt. Die Anwendungsmöglichkeiten von Wearables gehen jedoch weit über den Gesundheitssektor hinaus. So hat eine australische Bank einen Ring entwickelt, der für bargeldlose Zahlungen genutzt werden kann. Dahinter steckt, wie bei einer Kreditkarte, die Near-Field-Communication (NFC) Technologie. Die Zahlung wird veranlasst, in dem der Ring an das Kartenlesegerät gehalten wird. 

 

Zudem ist ein nicht ganz neues, aber in letzter Zeit immer mehr aufkommendes Thema bei den Wearables Smart Glasses, sogenannte Datenbrillen. Sie erlauben dem Träger, in Echtzeit Informationen auf das Brillenglas zu projizieren. Sie können z.B. bei einem Städtetrip eingesetzt werden, um sich über die Geschichte des Ortes oder generelle Daten der Umgebung zu informieren – so könnte die Höhe des Kölner Doms oder das Alter des Kolosseums in Rom direkt auf Wunsch optisch neben den Sehenswürdigkeiten erscheinen, die Kundenbewertungen direkt neben dem Restaurant, und auf dem Weg nach Hause wird man durch Pfeile auf der Brille zur nächsten U-Bahn-Station navigiert, ohne ständig nach unten blicken zu müssen. Natürlich wären solche Wearables auch für Chirurgen bei Operationen hilfreich, etwa um live Informationen zu Vitalfunktionen zu erhalten.

 

Die Herausforderung: Wearables und Datenschutz

Die Einsatzmöglichkeiten von Wearables in Verbindung mit dem Internet der Dinge sind nahezu unbegrenzt. Doch bei all den Aussichten, die sich mit Wearables ergeben, gibt es auf der anderen Seite auch Negativpunkte. Bisher besteht in Deutschland immer noch Skepsis gegenüber den Wearables. Eine der größten Herausforderungen ist die Absicherung der persönlichen Daten vor fremdem Zugriff. Schon im Jahr 2017 waren große Unternehmen wie Uber und Equifax von Datenlecks betroffen. Wie sich die am 25. Mai in Kraft getretene Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) auf die Nutzung von Wearables auswirkt, ist derzeit noch unklar. Jedoch ist davon auszugehen, dass die DSGVO keine einschränkenden Auswirkungen auf die Nutzung an sich hat, wohl aber auf die Datenauswertung, die für die Unternehmen so interessant ist.


Abschließend bleibt die Frage offen, wie die Zukunft der Wearables aussehen wird. Welche weiteren Wearables werden Einzug in unseren Alltag erhalten? Gehen wir sogar noch einen Schritt weiter und lassen uns Implantables einpflanzen? Und wie gelangen wir von einer bisher eigenständigen Funktionsweise der Wearables zu einem Netzwerk an verbundenen Geräten? Eines steht fest - in den nächsten Jahren wird sich der Markt stark entwickeln. Es wird spannend zu sehen, welche Technologien sich durchsetzen und wo wir in 5 Jahren stehen werden. Ausschlaggebend wird letztendlich natürlich der tatsächliche Nutzen für den Kunden sein. 

 

 

Die Autoren des Artikels, Mike Klökler und Fabian Preusker, sind Teil des ZOLLHOF - Talentprogramms. Im Rahmen des Programms arbeiten Studierende eigenständig an Pilotprojekten von und mit Corporate Partnern und an Projekten des Zollfhofs, einer der Träger des Digital Health Hubs Nürnberg/Erlangen. 

#hubstartups: PAIR Finance

Artikel

#hubstartups: PAIR Finance

#hubstartups: Onsuma

Artikel

#hubstartups: Onsuma

Newsletter abonnieren