Mit Tech echte Probleme lösen
Wir haben Jannik, einen der Gründer von inContAlert getroffen. Das Start-up aus Bayreuth ist Teil der Digital Hub Initiative und wurde 2017 gegründet. inContAlert entwickelt innovative Lösungen, die Menschen mit Inkontinenz helfen, ihre Blase präventiv zu entleeren. Was treibt Jannik an, welche Hürden musste er als Gründer überwinden und wie hat ihn die Digital Hub Initiative dabei unterstützt?
Die erste Idee
Jannik, erzähl uns, was inContAlert genau macht und wie ihr auf die Idee gekommen seid.
— „Zusammen mit meinen Co-Gründern und einem Team von Spezialistinnen und Spezialisten entwickeln wir Technologien, die es Menschen ermöglichen, ihre Blase präventiv zu entleeren. Die Idee entstand während einer Business Plan Competition in Hongkong, die sich mit ‚Health Tech für Seniorinnen und Senioren’ befasste. Hier verstand ich, dass viele Betroffene mit Inkontinenzproblemen kein Bewusstsein dafür haben, wann sie sich entleeren sollten und dass es bisher nichts gibt, was ihnen dabei hilft. Diese Erkenntnis motivierte mich, eine innovative Lösung zu entwickeln, die über herkömmliche Schutzhosen hinausgeht und das zentrale Problem angeht. Im Gegensatz zu anderen Anbietern, die lediglich bestehende Hilfsmittel verbessern, schaffen wir etwas völlig Neues, das den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer gerecht wird.“

Herausforderungen auf dem Weg
Die Gründung eines Unternehmens ist eine aufregende, aber oft herausfordernde Reise. Gab es Momente, in denen du darüber nachgedacht hast, alles hinzuschmeißen?
— „Ja, solche Momente gab es definitiv, vor allem bei technischen oder finanziellen Rückschlägen. Die größten Herausforderungen lagen im Aufbau des Unternehmens und der Entwicklung unserer Technologie. Auch die Finanzierung war nicht immer einfach.“
Was treibt dich und dein Team an, immer weiterzumachen?
— „Klar pushen Auszeichnungen und Preise. Beispielsweise sind wir 2022 bei der vierten Pitch-Night der Digital Hub Initiative Newcomer Start-up des Jahres geworden. Das motiviert natürlich und war unser persönliches Highlight. Ansonsten spornen uns die alltäglichen Herausforderungen des Company-Buildings und die Kommunikation mit Patientinnen und Patienten an. Auch das Feedback unserer Nutzerinnen und Nutzer sowie die Erkenntnis, dass wir ein wirklich wichtiges Problem angehen, ermutigt uns jedes Mal weiterzumachen.“
Werde Teil der Initiative
Erfolgreich gründen
Welche Ratschläge hast du für Gründerinnen und Gründer, die gerade am Anfang stehen?
— „Bleibt geduldig und resilient. Manchmal hat man das Gefühl, dass einem alles über den Kopf wächst oder man fragt sich, wie es weitergehen soll. Dann ist es am Besten, einen Moment tief durchzuatmen, die Sorgen in die Zukunft zu verschieben und über eine mögliche Lösung nachzudenken. Es hilft, sich bewusst zu machen, dass sich viele Probleme im Laufe der Zeit auflösen werden und oft nicht so schlimm sind, wie man denkt.“
Wie findet man eine Idee, die wirklich einen Unterschied macht?
— „Das Streben nach der ‚perfekten Idee’ führt häufig nicht zum gewünschten Erfolg. Stattdessen sollten wir uns darauf konzentrieren, reale Probleme in der Welt zu identifizieren und aktiv nach Lösungen zu suchen. Mit der Hilfe von Expertinnen und Experten können wir diese Herausforderungen angehen und wirklich einen Unterschied machen.“

Mit de:hub wachsen
Euer erster Kontakt mit uns war die Pitch Night 2022 in Dresden. Du hast es bereits erwähnt: Ihr wurdet Newcomer Start-up des Jahres. Was hat euch der Gewinn gebracht?
— „Der Gewinn hat uns unglaublich motiviert und unser Standing bei Investorinnen und Investoren gestärkt. Obwohl wir jedes Jahr mehrere Auszeichnungen erhalten, bleibt dieser Award der Wichtigste für uns.“
In den letzten Jahren habt ihr viel erreicht. Wie hat euch das de:hub Ökosystem konkret geholfen?
— „Das Netzwerk hat uns viele Türen geöffnet. Wir hatten die Möglichkeit, auf Events wie der DMEA präsent zu sein und konnten durch die Zusammenarbeit mit dem Digital Health Hub in Erlangen und Medical Valley wertvolle Kontakte knüpfen. Besonders beeindruckt hat uns die Professionalität des de:hub Teams, das uns jederzeit unterstützt hat.“
Was sind eure nächsten Schritte?
— „Nach der Zulassung wollen wir einen Soft-Launch mit unseren Partnerkliniken machen. So können wir zeigen, dass unser Produkt funktioniert und welchen Mehrwert es bringt – vor allem im Hinblick auf Kosten und Arbeitsabläufe. Langfristig geht es darum, die Krankenkassen von der Erstattung zu überzeugen und den Launch 2025 zu erreichen.“